Ass. iur., M.A. Jörg Ultsch
Unternehmensstiftungen im Spannungsverhältnis
zwischen Unternehmens- und GemeinwohlbezugInteressenkonflikt und Lösungswege
Seiten/Umfang : 88 S. - 21 x 14,8 cm
Erschienen : 1. Aufl. 06.04.2011
Fachbereich:
Sozialwissenschaften,
Soziologie
Kategorie:
Masterarbeit
Sprache: Deutsch
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ISBN 9783941274242
33,90 Eur[D] / 38,90 Eur[A] / 50,20 CHF / 53,10 USD
Pressemitteilung
von Nicola Kulp - OPTIMUS Redaktion
Die fortschreitende Privatisierung und Globalisierung der Wirtschaft haben in den vergangenen Jahren zu einer
Verschiebung der Macht und Einflussverhältnisse, weg von den politischen und hin zu den wirtschaftlichen
Akteuren, geführt. Für die Wirtschaftsunternehmen sind damit die Möglichkeiten und auch die
Verantwortlichkeiten gestiegen, sich für positive Entwicklungen und Veränderungen in der Gesellschaft
zu engagieren. Die Verantwortlichkeit selbst ist in Art. 14 Absatz 2 des deutschen Grundgesetztes festgeschrieben,
der besagt, dass Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch auch dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. Eine
wertvolle Unterstützung, um dieser Verpflichtung nachzukommen und zugleich unternehmerische Vorteile zu
erzielen, bietet das Instrument der "Unternehmensstiftung", welches sich die Mehrzahl der DAX-Unternehmen und
mehrere hundert andere deutsche Unternehmen bereits zunutze machen. Solche gemeinnützigen
Unternehmensstiftungen sollen die dauerhafte und nachhaltige Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung
des jeweiligen Unternehmens dokumentieren und ihrer Bestimmung nach dem Gemeinwohl zugute kommen; gleichzeitig
richtet das Unternehmen selbst spezifische Erwartungen hinsichtlich der Förderung seiner geschäftlichen
Interessen an die Stiftung. Damit steht die Unternehmensstiftung in einem besonderen Spannungsfeld zwischen Markt
und Nonprofit-Sektor. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat vor diesem Hintergrund im März 2010 ein
Empfehlungspapier beschlossen, dass sowohl für die Unternehmensstiftungen, als auch für die dahinter
stehenden Unternehmen Unterstützung bieten soll, um Interessenkonflikte zu vermeiden bzw. auszuräumen,
die aus dem Spannungsverhältnis von Unternehmens- und Gemeinwohlbezug erwachsen können.
Ass. jur. M.A. Jörg Ultsch schlüsselt in seiner Publikation die Grundlagen einer gemeinnützigen
Unternehmensstiftung auf, dokumentiert ihr spezifisches Spannungsfeld sowie mögliche Lösungswege
für entstehende Interessenkonflikte und bespricht schließlich unter Einbezug der Stellungnahmen 21
deutscher Stiftungsvertreter Zweckmäßigkeit und Praxisnähe der "Zehn Empfehlungen für
gemeinnützige Unternehmensstiftungen" des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Der Autor selbst berät
und betreut seit 1997 Stifter, Stiftungen und andere Non-Profit-Unternehmen bei der Deutschen Bank AG, ist
Mitglied in den Gremien mehrerer Non-Profit-Unternehmen und wurde 2009 zum Geschäftsführer der
Deutsche StiftungsTrust GmbH berufen.
Buchinhalt
Mit der Errichtung einer Unternehmensstiftung verbindet das Unternehmen in der Regel
bestimmte Erwartungen: Ihre Stiftung soll sich loyal verhalten und die geschäftlichen Interessen
des Unternehmens auf eine zurechenbare Weise fördern. Andererseits wäre es jedoch
für die Glaubwürdigkeit und damit für den angestrebten gesellschaftlichen Erfolg
einer Unternehmensstiftung problematisch, wenn sie in der Öffentlichkeit lediglich als
"verlängerter Arm" einer integrierten CSR-Abteilung wahrgenommen würde; die Legitimation
als gemeinnützige Organisation stünde zur Disposition. Diese Master-Arbeit geht
daher von folgender Prämisse aus: Unternehmensstiftungen agieren im Spannungsverhältnis
zwischen Unternehmens- und Gemeinwohlbezug. Zu Beginn werden die Herausforderungen
aufgezeigt, denen sich eine Unternehmensstiftung aufgrund ihrer
besonderen Stellung zwischen Markt und Nonprofit Sektor stellen muss. Danach will die
Thesis darlegen, wie man (potenzielle) Interessenkonflikte lösen bzw. verhindern kann.
Hierzu folgt im Anschluss die Vorstellung der "Zehn Empfehlungen für gemeinnützige
Unternehmensstiftungen", die im März 2010 vom Bundesverband Deutscher Stiftungen
verabschiedet wurden und eine Hilfestellung sowohl für Unternehmen als auch Stiftungen
geben wollen. Aber erfüllen die "Zehn Empfehlungen" auch ihren beabsichtigten
Zweck? Wie beurteilen die Vertreter deutscher Unternehmensstiftungen dieses Empfehlungspapier?
Keywords
Unternehmensstiftung,
Unternehmerstiftung,
CSR-Stiftung,
Stiftung,
Gemeinnützigkeit,
Gemeinwohl,
Nonprofit Sektor,
Dritter Sektor,
Corporate Citizenship,
Corporate Social Responsibility,
Verantwortung,
Loyalität,
Legitimation,
Unternehmensinteresse,
Power Dependence,
Resource Dependence,
Bundesverband Deutscher Stiftungen
Autor
Jörg Ultsch, Ass. iur., M.A., geboren 1967 in Nürnberg, 1987- Jörg Ultsch
1989 Ausbildung zum Bankkaufmann, 1989-1994 Studium der
Rechtswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg, 1994-1996 Referendariat im OLG-Bezirk
Nürnberg. Mit der vorliegenden Master-Thesis schloss er 2010
sein zweijähriges, berufsbegleitendes Studium "Nonprofit Management
& Governance" am Centre for Social Investment (CSI)
der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ab. Der Autor berät
und betreut seit 1997 Stifter, Stiftungen und andere Nonprofit
Organisationen bei der Deutsche Bank AG, zudem ist er Mitglied
in den Gremien mehrerer Nonprofit Organisationen. 2009
wurde er zum Geschäftsführer der Deutsche StiftungsTrust
GmbH berufen, Tochtergesellschaft der Deutsche Bank AG und
Trägerkörperschaft für unselbständige Stiftungen.