Dr. Alexander Sinsel
Organic Computingals Konzept zur Steuerung interagierender Prozesse in verteilten Systemen
Seiten/Umfang : VII, 291 S. - 29,7 x 21 cm (DIN A4)
Erschienen : 1. Aufl. 09.03.2011
Fachbereich:
Informatik,
Neuroinformatik
Kategorie:
Dissertation
Sprache: Deutsch
Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Coverrückseite
ISBN 9783941274679
49,90 Eur[D] / 54,90 Eur[A] / 71,24 CHF / 75,23 USD
Buchinhalt
Das Buch beginnt mit einer für Leser aller Fachbereiche verständlichen Einführung in die methodologischen
und begrifflichen Grundlagen des Organic Computing. Die interdisziplinäre Forschungsinitiative
nimmt Bezug auf das biologische Paradigma selbstorganisierter Informationsverarbeitung
in organischen Systemen. Schon die einfachsten biologischen Organismen zeigen spezifische phänomenale
Merkmale, wie Zielgerichtetheit und Anpassungsfähigkeit, deren wissenschaftliche Erklärung
innerhalb der Theorie dynamischer Systeme die Entwicklung einer organisch strukturierten
Informationstechnologie ermöglichen soll. Doch zwischen der formalen Darstellung dynamischer
Prozesse und den phänomenalen Merkmalen organischer Systeme besteht eine Erklärungslücke, die
eine Reihe von bedeutungstheoretischen Fragestellungen aufwirft. Ist die semantische Bewertung
phänomenaler Gegebenheiten in der Natur der Sache oder einzig in der menschlichen Anschauung
begründet? Wie überhaupt können neuronale Prozesse die Bedeutungsinhalte menschlicher Wahrnehmung
hervorbringen?
Eine Naturalisierung des Informationsbegriffs gestattet, semantische Aspekte organischer Informationsverarbeitung
anhand von topologischen Strukturen zwischen den Zustandsvariablen eines komplexen
Systems zu erklären. Während der pragmatische Aspekt von Information formal durch die
Veränderung von Zustandsvariablen beschrieben wird, kann eine bedeutungskonstituierende topologische
Struktur aus den Wechselwirkungen zwischen den Zustandsvariablen induziert werden.
Diese erlaubt sowohl eine Erklärung jener phänomenalen Merkmale organischer Systeme als auch die
Individuation von Zielen, welche in der topologischen Struktur als lokalisierbare Verdichtungen von
Zustandsvariablen auftreten.
Darüber hinaus ermöglicht die strukturelle Replikation derartiger Verdichtungen einen Systementwurf,
der sich im Wesentlichen auf die Vorgabe von Zielen beschränkt. Die Zielvorgabe wird zunächst
am Beispiel des Sortierproblems erläutert. Daraufhin wird die Verfahrenshypothese auf das Problem
der Steuerung in verteilten Systemen übertragen, sodass interagierende Prozesse selbstorganisiert
und fehlertolerant stets in Bereichen höchster Rechenleistungsdichte zur Ausführung kommen. Das
entworfene System gewährleistet eine unbegrenzte Skalierbarkeit und die effiziente Nutzung von
Ressourcen beim Grid Computing als auch beim Cloud Computing. Eine mathematische Verallgemeinerung
der dargelegten Bedeutungstheorie würde ein noch weitaus breiteres Anwendungsfeld
in der synthetischen Biologie eröffnen.
Keywords
Selbstorganisation,
Semantik,
Künstliche Intelligenz (KI),
Artificial Intelligence (AI),
Strukturalismus,
Cloud Computing,
Grid Computing,
organisch strukturierte Informationstechnologie,
organische Systeme,
dynamische Prozesse,
organische Informationsverarbeitung,
topologische Struktur,
topologischer Strukturalismus,
Dynamik,
dynamische Systeme,
Theorie dynamischer Systeme.
Autor
Alexander Sinsel studierte Physik an der Universität Heidelberg. Nach seinem Diplom absolvierte er
an der Universität Bochum das Zusatzstudium der Neuroinformatik. Seit 2005 arbeitet er als wissenschaftlicher
Mitarbeiter in der Abteilung für parallele und verteilte Systeme am Institut für Informatik
der Universität Heidelberg, wo er mit der Forschung und Lehre im Bereich Organic Computing
betraut ist. Gegenstand des von ihm geleiteten Forschungsprojekts ist die Untersuchung semantischer
Aspekte organischer Informationsverarbeitung und deren technische Replikation beim Entwurf
selbstorganisierter verteilter Systeme. Mit den im vorliegenden Buch dargelegten
Forschungsergebnissen promovierte er an der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Gesamtfakultät
der Universität Heidelberg zum Doktor der Naturwissenschaften.
Konvergenz des selbstorganisierten Systems zur Ermittlung der Bereiche höchster Rechenleistungsdichte