Dr. Walter Schubert
Die Lübecker TuchhandelsfirmaJoachim Nicolaus Stolterfoht und ihr wirtschaftliches und soziales Umfeld während der Kontinentalsperre 1806 - 1813
Seiten/Umfang : 211 S. - 21 x 14,8 cm
Erschienen : 1. Aufl. 04.03.2011
Fachbereich:
Geschichtswissenschaft,
Deutsche Geschichte
Kategorie:
Dissertation
Sprache: Deutsch
Umschlag_Rückseite
ISBN 9783941274686
39,90 Eur[D] / 44,90 Eur[A] / 59,10 CHF / 61,25 USD
Pressemitteilung
von Julius Burghardt - OPTIMUS Redaktion
Es war der 21. November 1806 als Napoleon Bonaparte seine Kontinentalsperre über Großbritannien
verhängte. Nach der katastrophalen Niederlage in der Seeschlacht von Trafalgar 1805 hatte er einsehen
müssen, dass seine Eroberungspläne für Großbritannien vorerst gescheitert waren. Doch anstatt
aufzugeben entwickelte der ehrgeizige Franzose einen neuen, fast noch kühneren Plan: Mittels einer
groß angelegten Handelsblockade wollte er den Feind mit den Mitteln des Wirtschaftskrieges in die Knie
zwingen. Darüber hinaus sollte die neue Kontinentalsperre die französische Wirtschaft auch gegen
jegliche andere Konkurrenz absichern und die Vormachtstellung Frankreichs in der Welt behaupten.
Für viele Handelszentren Europas war die Kontinentalsperre ein Desaster. Zahlreiche Unternehmen
hatten unter den Einschränkungen zu leiden und gerade die vom Seehandel lebenden Hansestädte
wurden in eine tiefe Krise gestürzt. Doch gab es auch Ausnahmen, wie die Arbeit von Dr. Walter Schubert
zeigt: So mancher Firma gelang es durch kluge Strategien und politischen Rückhalt die schwierige Zeit
der Kolonialsperre mit einigen Einbußen, jedoch ohne dramatische Verluste zu überstehen. Als
zentrales Beispiel für eine solche Entwicklung wählt der Autor, der sowohl Geschichte als auch
Betriebswirtschaft studiert hat, den Inhaber der Lübecker Tuchhandelsfirma Joachim Nicolaus Stolterfoht.
Sein Einfluss auf die lokale Politik, aber auch die Auswirkungen der französischen Besetzung stehen
dabei im Zentrum der Untersuchung. Ein spannendes Werk über einen bisher eher wenig beleuchteten Aspekt der
deutsch-französischen Geschichte, das jedem Interessierten empfohlen werden kann.
Buchinhalt
Die Zeit der napoleonischen Kontinentalsperre von 1806 bis 1813 wird in
der Literatur, insbesondere in älteren Veröffentlichungen, als eine Periode
des totalen Niedergangs der hanseatischen Kaufmannschaft dargestellt.
Der Verfasser stellt auf der Basis der in den Archiven von Lübeck und Hamburg
überlieferten Daten dreier Firmen und anderer Unterlagen aus dieser
Zeit dar, dass die Kontinentalsperre zwar eine allgemeine Handelskrise auslöste,
dass es aber trotzdem möglich war mit einer an die Situation angepassten
Firmenpolitik, diese Zeit ohne dramatische Verluste zu überleben.
Verlierer der Handelskrise waren, die bereits vor der Krise in bedrängten
Verhältnissen lebenden Tagelöhner und ihre Familien, während die Kaufmannschaft,
von Ausnahmen natürlich abgesehen, ihren Lebensstandard
zwar einschränken musste, aber nicht ins Elend stürzte.
Keywords
Kontinentalsperre,
Lübeck,
Joachim Nicolaus Stolterfoht,
Handelshaus Stolterfoht,
Handelskrise,
Lübecker Wirtschaft,
Stolterfoht,
Tuchhandelsfirma,
Handelshaus J. W. Croll,
Tabakfirma von Friederich Justus,
Zölle,
Kolonialwaren,
Befreiung Lübecks,
Besetzung 1806,
Tuchhandel in Lübeck,
Hansestadt Lübeck.
Autor
Der Verfasser hat nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre und
langjähriger kaufmännischer Tätigkeit bei in- und ausländischen Firmen
zum Ende der Berufstätigkeit ein Studium der Geschichte und Philosophie
absolviert und in diese Arbeit seine Kenntnisse und Erfahrungen aus beiden
Studiengängen und seiner beruflichen Tätigkeit eingebracht.