Dr. Ulrike Krutz
Analytische Betrachtung optisch abbildender Sensorsysteme
im Rahmen der AsteroidFinder-Mission
Seiten/Umfang : VI, 186 S. - 21 x 14,8 cm
Erschienen : 1. Aufl. 17.06.2011
Fachbereich:
Informatik,
Physik & Astronomie
Kategorie:
Dissertation
Sprache: Deutsch
Hochschule: Humboldt Universität Berlin
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ISBN 9783941274785
39,90 Eur[D] / 44,90 Eur[A] / 57,92 CHF / 54,40 USD
Pressemitteilung
von Nicola Kulp - OPTIMUS Redaktion
Die Satellitenmission AsteroidFinder des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat zum Hauptziel,
erdnahe Asteroiden aufzuspüren, welche ein Kollisionsrisiko für unseren Planeten darstellen.
Im Gegensatz zu den ungünstigen Beobachtungsbedingungen mit Teleskopen auf der Erde kann eine
weltraumgestützte Beobachtung Störungen durch Streulicht in der Atmosphäre ausschließen
und auch lichtschwache Objekte können durch den Einsatz von Satelliten entdeckt werden. Als Zweitziel
der AsteroidFinder-Mission definierte das DLR die Detektion von Space Debris (Weltraumschrott), welcher
innerhalb des Erdorbits eine akute und weiter wachsende Gefahr für die Raumfahrt darstellt.
Dr. Ulrike Krutz hat mit ihrer Arbeit die Antwort darauf gegeben, ob das optische Kamerasystem der AsteroidFinder-Mission
in der Lage ist, solche Space Debris-Teilchen zu entdecken. Hierfür hat Krutz eine Theorie für
eine radiometrische Analyse abgeleitet, die Beugungseffekte und Rauschen berücksichtigt und basierend
auf den statistischen Resultaten dieser Analyse zu räumlicher Verteilung, Vorzugsgeschwindigkeit und -richtung
der Teilchen der Space Debris-Population statistisch ermittelt, wie viele Teilchen sich innerhalb einer bestimmten
Zeitspanne von der Kamera erfassen lassen. Mit ihrer Arbeit konnte Dr. Ulrike Krutz ermitteln, dass die
Erfüllung des Zweitziels der AsteroidFinder-Mission des DLR möglich ist, auch wenn die Mission selbst
nicht originär auf diese Aufgabe zugeschnitten ist.
Buchinhalt
Seit dem Beginn der Weltraumfahrt hat sich eine enorme Anzahl menschengemachter
Müll im All angesammelt, sogenannter Weltraumschrott (Space Debris).
Dieser Schrott stellt eine immer größer werdende Gefahr für Satelliten und
Raumfahrzeuge dar. Schon zentimetergroße Teilchen können bei einer Kollision
mit einem Satelliten eine zerstörerische Kraft entfalten.
Als Zweitziel der astronomischen Mission AsteroidFinder des DLR, deren primäres
Ziel das Aufspüren erdnaher Asteroiden ist, wurde die weltraumgestützte
Detektion von Space Debris definiert. Die weltraumgestützte Beobachtung hat
den Vorteil, dass keine Atmosphäre die Detektion der Teilchen beeinträchtigen
kann. Es besteht daher die Möglichkeit, auch jene Teilchen zu erfassen, welche
von den bodengestützten Beobachtungssystemen nicht wahrgenommen werden
können.
Die vorliegende Arbeit analysiert die Satellitenkamera der AsteroidFinder-Mission
hinsichtlich ihrer Tauglichkeit zur weltraumgestützten Detektion von Space
Debris. Die Analyse erfolgt sowohl unter radiometrischen wie auch statistischen
Gesichtspunkten und berücksichtigt sämtliche Beugungsbeeinträchtigungen
durch die Optik. Obwohl das optisch abbildende Sensorsystem der Mission
nicht auf die Space Debris-Detektion zugeschnitten ist, zeigen die Ergebnisse,
dass die weltraumgestützte Detektion von Weltraumschrott nicht nur möglich
ist, sondern dass es sich auch lohnt, die Kamera für diesen Zweck einzusetzen.
Keywords
Weltraumfahrt,
Sensorsysteme,
AsteroidFinder-Mission,
Satellitenkamera,
Raumfahrzeuge,
Asteroiden,
abbildende Sensorsysteme,
Weltraumschrott,
Satelliten,
DLR,
Autor
Ulrike Krutz, geb. Talbiersky, wurde 1981 in Dorsten geboren. Nach dem Abschluss ihres Mathematikstudiums
mit Nebenfach Informatik an der Universität Duisburg-Essen in Essen ging sie 2007 nach Berlin, um als Doktorandin
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zu arbeiten. 2011 schloss sie mit der Arbeit "Analytische Betrachtung
optisch abbildender Sensorsysteme im Rahmen der AsteroidFinder-Mission" ihre Promotion ab und ist seither als
wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Optische Informationssysteme des Instituts Robotik und Mechatronik
des DLR Berlin-Adlershof tätig.