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Nura Almusawi, Vedrana Wollin (Hrsg.)


Vedrana Wollin, Nura Almusawi - Verstehen unerwünscht? Verstehen unerwünscht?
Zur Skeptischen Hermeneutik von Hans Hunfeld
Seiten/Umfang : V, 267 S. - 21 x 14,8 cm
Erschienen : 1. Aufl. 08.11.2011
Fachbereich: Germanistik, Deutsch als Fremdsprache
Kategorie: Sammelband
Sprache: Deutsch
Umschlag_Rückseite
ISBN 9783941274808
26,90 Eur[D] / 29,90 Eur[A] / 36,50 CHF / 41,20 USD





Pressemitteilung
von Ludwig Lagershausen - OPTIMUS Redaktion
Bildung und Integration sind heutzutage und gerade in Deutschland als stark frequentiertes Einwanderungsland aktueller und verzahnter denn je. Menschen aus fremden Kultur- und Sprachumfeldern verkehren tagtäglich miteinander; durch die Globalisierung ist die Welt zu einem globalen Dorf geworden. Somit ist es unerlässlich, sich auf fremde Kulturen und Sprachen einzulassen und sie zu verstehen. Einen wichtigen Part in diesem Prozess nimmt der Fremdsprachenunterricht ein. Schüler mit Migrationshintergrund genießen adaptierte Förderungen, mit dem Erlernen mehrerer Fremdsprachen wird bereits im Grundschulalter begonnen und Lehramtsstudenten werden speziell geschult; interkulturelle Kompetenzen gehören längst zu ihrem Pflichtprogramm. Ein von Prof. Dr. Hans Hunfeld an der LMU München geleitetes Seminar griff die genannten Aspekte des Fremdsprachenunterrichts mit dem Blickwinkel der Skeptischen Hermeneutik auf. Mit der Hermeneutik, der Lehre des Verstehens unter der Prämisse der „Normalität des Fremden“, lag diesem Seminar demnach ein besonderer pädagogischer Ansatz zu Grunde. Genau dieser Ansatz unterschied sich zum Teil stark von jenen Unterrichtsmethoden, die die Münchner Studenten bisher an ihrer Universität gewohnt waren. So ist beispielsweise die Parallelität im hermeneutischen Ansatz Hunfelds ein wichtiger Baustein: Die gelehrten Theorien wurden nicht bloß diskutiert, sie fanden durch die hermeneutische Unterrichtsmethode direkt im Seminar auch ihre praktische Anwendung. Mit seiner Arbeitsweise traf Prof. Dr. Hunfeld den Nerv der Kommilitonen, die sich auch über die Seminarzeiten hinaus intensiv mit dem Lernstoff auseinandersetzten. Dabei entstand die Idee, die behandelten Ansätze über den Fremdsprachenunterricht hinaus auf andere Gebiete auszuweiten und später zu einem Buch „von Studenten für Studenten“ zusammenzufassen. Der behandelte Sammelband „Verstehen unerwünscht? – Zur Skeptischen Hermeneutik von Hans Hunfeld“, herausgegeben von Nura Almusawi und Vedrana Wollin, besteht aus 14 Aufsätzen der Seminarteilnehmer. Ziel der Autoren war es weniger, die im Seminar erlernten neuen Erkenntnisse zu präsentieren, als vielmehr die eigenen Erfahrungen mit dem hermeneutischen Ansatz auf weitere Bereiche anzuwenden. Daher werden neben dem Fremdsprachenunterricht weitere Themengebiete wie z.B. Angst in der Schule, der Umgang mit Behinderten, kulturelle Distanzen oder grundsätzlichen Überlegungen zur hermeneutischen Lehre im Allgemeinen und der skeptischen Hermeneutik nach Hunfeld im Speziellen behandelt. Durch Exkursionen nach Südtirol haben die Münchner Studierenden Kontakt zum Südtiroler Inspektor des italienischen Schulamtes knüpfen können, der die Arbeiten an dem Buch förderte und unterstützte.


Buchinhalt
Dieser Sammelband von Studentinnen und Studenten der Ludwig-Maximilians- Universität München bietet Zugänge zur Skeptischen Hermeneutik und zur Normalität des Fremden von Hans Hunfeld aus individuell und kulturspezifisch verschiedenen Perspektiven. Sie reichen von hermeneutischen Selbstvergewisserungen und kulturvergleichenden Arbeiten über Ausweitungen auf die interkulturelle Kompetenz, philosophischer Grundlagenarbeit, und einer Überprüfung der Methode im Lehrkontext bis zu einer reichhaltigen Sammlung von Rezensionen der vergangenen Jahrzehnte und aktuellen Bezügen zu Praxis, Lehre und Forschung. Weitere Aufsätze beschäftigen sich mit Angst in der Schule, Unterrichtsstörung als Impuls oder dem Einfluss von Geborgenheit auf die Lernermotivation. Es handelt sich um einen nach hermeneutischen Maßstäben zwingend unvollständigen Überblick, der zum Mit-, Nach- und Weiterdenken über das Verstehen und seine Grenzen anregen will.


Keywords
Hermeneutik, Skeptische Hermeneutik, Normalität des Fremden, Hermeneutischer Fremdsprachenunterricht, Angst in der Schule, Empirische Forschung, Fremdheitserfahrungen, Deutsche Kultur, südkoreanische Kultur, Hans-Georg Gadamer, Hans Hunfeld, Hermeneutische Dialoge, Interkulturelles Lernen, Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache, Interkulturelle Bildung, Interkulturelle Öffnung, Grenzen des Verstehens, Fremdsprachenunterricht, Irritation der Normalität, Normale Fremde, Friedenserziehung, Schulangst, Kulturdistanz, Interkulturelle Kompetenz, Angstfreiheit, Verstehensgespräche,


Autoren

Renata Abd (geb. Spychała) aus Polen, studiert Deutsch als Fremdsprache, Germanistische Linguistik und Slavistik. 2010 absolvierte sie ein Praktikum am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München, wo sie u. a. am gemeinsamen Sprachforschungsprojekt des ISB und DaF-Instituts der LMU Kinderakademie für sprachliche Bildung und soziale Kompetenzen in Violau mitwirkte. Zurzeit befindet sie sich in der Abschlussphase ihres Studiums.

Nura Almusawi, geboren in Bagdad, kam 1996 als Flüchtling nach Deutschland. Sie studiert Deutsch als Fremdsprache mit den Nebenfächern Europäische Ethnologie und Soziologie. Praktische Erfahrungen sammelte sie während der Sommersprachkurse der Deutsch-Uni-Online der LMU sowie im Sprachforschungsprojekt Kinderakademie für sprachliche Bildung und soziale Kompetenzen in Violau des ISB und DaF-Instituts der LMU.

Julia Binder studiert Deutsch als Fremdsprache, Pädagogik und Psychologie. Praktische Erfahrungen im Fremdsprachenunterricht sammelt sie als VHS-Dozentin, dort gibt sie Deutschkurse für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund. Nebenbei arbeitet sie als freie Journalistin für den Bayerischen Rundfunk und das Oberbayerische Volksblatt.

Seon-joo Born, M.A. (geb.Kim) stammt aus Südkorea. Dort absolvierte sie ein Bachelorstudium im Fach Management und arbeitete bei der Investmentbank Koryo AG. Anschließend studierte sie das Fach Deutsch als Fremdsprache in München. Zurzeit promoviert sie dort mit dem Schwerpunkt interkulturelle Erziehungskultur. Außerdem interessiert sie sich für Nachhaltigkeit und regenerative Energien. Seit 2006 ist sie Energieberaterin (DIAA = Deutsche Ingenieur- und Architekten-Akademie e.V.).

Martina Hoffmann studiert Deutsch als Fremdsprache mit den Nebenfächern Soziologie und Politikwissenschaften sowie Lehramt für das Gymnasium mit der Fächerkombination Deutsch, Sozialkunde und Italienisch (1. Staatsexamen im Herbst 2011). Praktische Erfahrungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache sammelte sie am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) / Abteilung Interkulturelles Lernen, dem Sprachforschungsprojekt des ISB und DaF-Instituts der LMU Kinderakademie für sprachliche Bildung und soziale Kompetenzen in Violau sowie bei der Initiative des Goethe Instituts Schulen: Partner der Zukunft (PASCH).

Monika Kainath, 1. Staatsexamen 1994 an der LMU München für das LA Grundschule (Deutsch, Erziehungswissenschaften und Grundschuldidaktik mit den Fächern Geschichte, Sozialkunde, Kunsterziehung), legte 1996 das 2. Staatsexamen im LK Erding ab und unterrichtet seither an einer Grundschule in München. Mit dem Ziel, die tägliche Unterrichtspraxis in heterogenen Klassen verstärkt mit der Theorie zu verbinden, steht sie im Rahmen eines Zweitstudiums an der LMU kurz vor Beginn ihrer Magisterarbeit im Fach Deutsch als Fremdsprache.

Hanna Kapellmann, geboren in München studierte DaF im Hauptfach, Spanische Philologie und Psychologie mit Schwerpunkt Entwicklungspsychologie im Nebenfach. In ihrer Magisterarbeit, die sie im April 2011 einreichte, beschäftigte sie sich mit den Affektiven Faktoren im Fremdsprachenerwerb und der emotionalen Unterstützung des einzelnen Lerners. Sie arbeitet als private Spanischlehrerin und gibt Sommerkurse für Spanisch und Deutsch in Soller, Palma de Mallorca.

Corinna Kölblin studiert Deutsch als Fremdsprache, Interkulturelle Kommunikation und Finnougristik/Uralistik. Unterrichtserfahrungen im Bereich DaF sammelte sie im Rahmen eines Praktikums am Institut für deutsche Sprache und Kultur an der Universität Jyväskylä (Finnland) sowie durch ihre Tutorentätigkeit für die Deutsch-Uni Online.

Viviane Loomans, B.A. wuchs als Tochter niederländischer Eltern im Südschwarzwald auf. Nach dem Abitur am Kolleg St. Blasien arbeitete sie ein Jahr als Freiwillige (MaZ) in einem Kinderheim in Kapstadt, Südafrika. Seit 2007 studiert sie Philosophie an der Hochschule für Philosohie München (B.A. 2010) und Deutsch als Fremdsprache, Philosophie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität. Erste praktische Erfahrungen sammelte sie als Mitarbeiterin der Sommersprachkurse der Deutsch-Uni-Online und während eines Praktikums am Institute for European Studies an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada.

Veronika Luber studiert Deutsch als Fremdsprache sowie Sinologie und Volkskunde/Europäische Ethnologie. Erste Praxiserfahrungen im Bereich DaF sammelte sie im Bereich der frühkindlichen Sprachförderung am Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. in München. Zudem war sie im Wintersemester 2009/10 am Institut für Deutschlandstudien der Zhejiang Universität in Hangzhou, VR China, im Rahmen eines Praktikums als DaF-Lehrerin tätig.

Janina Reher, M.A. promoviert am Institut für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München. Betreut von Prof. Dr. Jörg Roche forscht sie zum Thema Chunking als Strategie im Zweitspracherwerb. Janina Reher hat die Fächer Englisch, Deutsch und Deutsch als Fremdsprache in Trier, Dublin und München studiert und ihr Studium 2009 mit dem Magister Artium sowie dem 1. Staatsexamen abgeschlossen.

Marijana Šarić studiert an der LMU München Deutsch als Fremdsprache, Psychologie und Pädagogik.

Nadezda Shmakova, geboren in Russland, wo sie ihr Studium im Bereich Fremdsprachen (Deutsch/Englisch) an der Pädagogischen Universität in Bijsk erfolgreich absolvierte, studiert Deutsch als Fremdsprache, Interkulturelle Kommunikation und Computerlinguistik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Praxiserfahrungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache sammelte sie während ihrer Tutorentätigkeit bei der Deutsch-Uni-Online der LMU. Zudem war sie im Rahmen eines Praktikums während ihres Studiums in Russland als DaF-Lehrerin tätig.

Hikari Tachibana studiert Deutsch als Fremdsprache, Interkulturelle Kommunikation und Japanologie. Zurzeit arbeitet sie am Japanischen Institut in München und unterrichtet Japanisch für Schüler, die einen japanischen Hintergrund haben.

Tim Weiler, geboren in Bonn, studiert Deutsch als Fremdsprache, Ethnologie und Allgemeine Sprachwissenschaft. Hauptinteressen im Studium sind Spracherwerbsforschung, Semantik und Hermeneutik. Die ersten interkulturellen Erfahrungen sammelte er als Studentenvertreter in einem internationalen Studentenwohnheim in München. Praxiserfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache sammelte er während der Sommersprachkurse der Deutsch-Uni-Online und eines Praktikums in der Deutschabteilung an der University of British Columbia in Kelowna, Kanada.

Vedrana Wollin (geb. Ćavara), wurde in Bosnien und Herzegowina geboren, kam 1992 als Flüchtling nach Deutschland. Sie lebte fünf Jahre in Kroatien, wo sie ihr Abitur erlangte. Vedrana Wollin studiert Deutsch als Fremdsprache, Soziologie und Slavistik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Herbst 2011 beginnt für sie die Magisterprüfungsphase mit der schriftlichen Magisterarbeit.



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